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Wie das Leben so ist hier in England!

Seit Februar ist mal wieder eine Menge passiert. Ursprünglich hatte ich vor, die versprochenen Bilder hochzuladen, in einer schönen Fotogallerie, allerdings hat sich dann herausgestellt, dass das Datenvolumen der Website für Fotos aufgebraucht ist. Das bedeutet also, dass ich hier keine weiteren Fotos mehr hochladen kann…
In den zwei Wochen nach dem London Zoo habe ich nicht mehr so unglaublich viel gemacht. Saskia, Laura und ich sind beim Inder essen gewesen und haben Zimtschnecken und Co. gebacken. Gefolgt von einem Spaziergang in der warmen Wintersonne war das sehr entspannend! Zwischendurch waren auch noch ein paar Freunde von Saskia da, mit denen wir auch nochmal beim Inder essen gingen, bei dem anderen hier in der Stadt bei dem ich auch vor Weihnachten mit meiner Gastfamilie war. Dann! Half-Term-Holidays (17.2. -  21.2.)! Ferien, das bedeutete für mich wieder, die Kidner von morgens bis abends zu bespaßen – ohne Pause. Wir haben gebastelt („Pokebälle“ aus der Anime-Serie „Pokemon“ und Lehm-Pyramiden zerstampfen), eine Kissenschlacht nach der anderen gehabt, Spaziergänge gemacht, auch zum Spielplatz, haben uns einen Film in der Victoria Hall (freier Eintritt, da wo ich immer Zumba habe) über Wettrennen praktizierende Schnecken angesehen (Ich gebs zu, ich habe den Namen des Filmes vergessen) und sind am Freitag nach London gefahren (mit der ganzen Familie!) Warum? Samanthas Geburtstag war am darauffolgenden Sonntag, daher musste etwas Spannendes passieren! In London sind wir erst zur National Gallery gefahren, um uns dort die Sonnenblumen anzusehen. Ja genau, dieselben Sonnenblumen, die ich mir ein paar Wochen zuvor angesehen hatte. Es war aber überhaupt nicht schlimm, es ist wirklich interessant zu sehen, wie sich das selbe Motiv in Farbe und Technik so stark unterscheiden kann (das meine ich wirklich). Danach sind wir zum eigentlichen Ziel gegangen, zur Victoria and Albert Museum, ein Museum über die viktorianische Zeit in England. Das Museum war interessant, es war nicht alles auf diese Zeit speziell in England ausgerichtet, es sind auch Museumselemente über dieses Zeitalter in Asien und Südeuropa eingeflossen – welche ich, zugegebenermaßen, interessanter fand als die Ausstellung über das englische Zeitalter. Der Tag war super, es ist schön etwas mit der Gastfamilie zu unternehmen! Den Familientag ließen wir ausklingen, indem wir bei Harrods (dem Luxuskaufhaus) in der Wohnabteilung in einem Cafe unsere Getränke genossen haben. Ich hatte eine Trinkschokolade mit „echter Schweizerschokolade“ – man kann sogar sagen, dass ich den Unterschied geschmeckt habe. Abends bin ich dann noch zu Saskia gegangen, wo wir gekocht haben (oder eher Saskia und Laura, ich kam zu spät an) – Nudelauflauf mit Zimtbrot – wir sind einfach unschlagbar im Kochen, auch wenn ich nicht dabei war ;-) ! An Samanthas Geburtstag haben wir dann dementsprechend außer einem Spaziergang nicht mehr wirklich was gemacht. Der Montag war dann ganz lustig – ich habe Moira Deutschnachhilfe gegeben und am Ende der Stunde meinte sie, da ich so geschichtsinteressiert bin, würde sie mir gerne eine Kirche in Mattingley aus dem 15. Jahrhundert zeigen. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, und so sind wir, nachdem ich mir noch eine Jacke geholt hatte, mit dem Auto und dem Hund losgefahren. Die Kirche an sich ist total klein, sie sieht aus wie ein kleines Fachwerkhäuschen und ist von innen total bunt. Viele der angebrachten Tafeln waren schon so alt, dass man sie kaum noch lesen konnte. Außerdem hingen überall Bilder, mit Inschriften die an die Gemeindetoten erinnern sollten. Da gab es Bilder mit Inschriften aus dem 16. Jahrhundert, das war so spannend! Auch der außenliegende Friedhof blieb nicht unbeobachtet. Ich finde es so interessant, mir alte Gräber anzusehen und darüber nachzudenken, was für ein Leben diese Personen wohl gehabt haben und welche Beziehungen sie zu anderen Menschen führten. Die darauffolgenden Wochentage waren dann wieder normaler Alltag – bis auf den Freitag (28.2.)! Am Freitag bin ich morgens nach London gefahren, um meine Chorleiterin Eva Fricke zu treffen. Ihr Sohn Julius und eine Freundin war auch dabei. Eva hatte in London geschäftlich zu tun und musste erstmal zu einem Termin. Deshalb bin ich mit Julius und Anna (eine gute Freundin von Julius) durch London spaziert. Wir hatten die Kinder einer bekannten von Eva mit uns, daher entschieden wir uns, in British Natural Museum zu gehen. Wir haben uns natürlich die Dinosaurierabteilung angesehen ;-). Jetzt war ich schon zweimal in meinem Au Pair Jahr da, und jedes Mal habe ich nur die Dino – Abteilung gesehen :-D. Den Rest des Tages haben wir dann irgendwie darauf gewartet, Nachricht von Eva zu bekommen. Wir waren noch bei der Tower Bridge und haben dann nach langer Suche einen Starbucks bei der Westminster Abbey gefunden. Das ganze U-Bahn fahren hat mit dem Kinderwagen  echt Spaß gemacht ;-D. Julius und ich kamen uns vor wie in einer kleinen Happy Family. Evas Termin hatte zum Schluss unerwarteter Weise viel länger gedauert, das bedeutete, dass wir uns erst um fünf Uhr trafen und um viertel nach sechs schon wieder verabschieden mussten. Das war ein wenig schade, da ich gerne mehr Zeit mit ihr verbracht hätte, aber immerhin. Trotzdem wollte ich danach noch nicht nach Hause und bin daher noch ungefähr drei Stunden alleine durch London gelaufen. Ja ich weiß,  das hört sich ziemlich traurig an. Allerdings hatte ich meine Musik im Ohr und bin eine schöne Strecke gegangen, am Picadilly Circus entlang Richtung Soho und Buckingham Palace, Trafalger Square und Waterloo Station.

März!

Anfang März ist Saskias Freund, Jonas wieder gekommen. Und wir sind alle zusammen nach London in den Tower gefahren! (2.3.). Das war richtig, richtig toll, der Tower ist super interessant (auch wenn ich nicht noch ein zweites Mal hinfahren muss, um wirklich alles gesehen zu haben) und natürlich habe ich auch die Kronjuwelen gesehen! Im Tower haben wir ungefähr 3 Stunden verbracht, danach sind wir ein bisschen in der Gegend herumgefahren, um nach etwas essbarem zu suchen, Jonas und Laura waren empty! Ironischerweise sind wir dann, nachdem sie etwas gefunden hatten, nach Soho gefahren, um uns ein Restaurant für unser Abendessen auszusuchen. Was gut an den chinesischen Restaurants ist, ist, dass sie Gruppenmenüs für eine bestimmt Anzahl an Personen anbieten. Wir haben dann auch das Richtige für uns gefunden – „New Moon Lung Fung“ – oder so :-D. Das Essen war so unfassbar gut!! Mehr kann ich dazu nicht sagen. Der Preis mit 15 Pfund für ein drei Gänge Menü hat gepasst und der Service war einfach nur perfekt!
Am Wochenende danach war Joshuas Geburtstag – 8 Jahre alt ist er jetzt! An seinem Geburtstag sind wir mit ihm und 13 (!) Freunden nach Aldershot zu einer Art Trockenskipiste gefahren, bei der man auch Doughnutting machen kann. Berechtigte Frage – was um Himmels Willen ist das denn? Kennt ihr diese Gummireifen, mit denen man Wasserrutschen runterfährt? Nehmt die und die Vorstellung eines Hangs, gecovert mit einer Matte aus Borsten. Da rutscht man dann mit dem Reifen runter. Hört sich merkwürdig an, ist es auch, aber auch total lustig! Das hat den ganzen Tag eingenommen. Erkenntnis des Tages:  Mama, Papa, ich bewundere euch für eure Geduld an Kindergeburtstagen! „Franziska, please organise everyone sitting still at the table!“ – „Okay!“- Nein. Gar nicht okay :-D. War aber ein wunderbarer Tag anyway! Am darauffolgenden Tag haben wir als Familie Joshuas Geburtstag nachgefeiert. Schokokuchen und Geschenke! Ich konnte allerdings nicht den ganzen Tag bleiben, da ich mich Nachmittags noch mit Bernadett (ein slowakisches Au Pair, das ich in der Sprachschule getroffen habe) getroffen habe. Wir haben einen Spaziergang gemacht und haben Johnny Depps Haus bewundert! Jaaa, Depp soll sich hier in Hartley Wintney (zu 90 %) sicher, ein Haus gekauft haben! Das Wetter war fantastisch, der Spaziergang auch J. Am darauffolgenden Mittwoch bin ich dann als Model entdeckt worden! Als ich die Kinder von der Schule abholen wollte, wurde ich von einem Fotograf aus Hartley Wintney angesprochen, der fragte, ob er ein Portraitbild mit einer alten Polaroidkamera von mir nehmen dürfe. Da ich nicht im Stress war, habe ich zugesagt! Mein Bild kann man jetzt auf folgender Website bestaunen und anpreisen: http://cogitations.co.uk/essays/2014/03/three-minute-portrait-franziska/

Freitagabends war ich mit Saskia, Laura und Jonas beim Italiener Mama Mia. Du bekommst für normale Pizzapreise eine riesige Pizza, die ich tatsächlich komplett aufgegessen habe! Am Samstag war ich wieder mit Bernadett unterwegs, wir haben uns die West Green House Gardens hier in Hartley Wintney angesehen. Wir hatten warmen Sonnenschein und viel Spaß mit unseren Kameras, es war schon fast wie ein Fotoshooting! Es gab so viel Abwechslungsreiches in der Natur zu entdecken. Dazu gehörten nicht nur Pflanzen, sondern auch klebrige Froscheier, Schwäne, die nicht mit uns reden wollten und verbotene Vogelhäuser! … Abends habe ich dann in meinem Zimmer eine drei Meter große Spinne gesehen. Okay, vielleicht ein bisschen kleiner. Aber nur ein bisschen. Ich konnte sie dann aber, nachdem ich Samantha um Hilfe gerufen hatte, einfach nicht wiederfinden! Aaargh! Erst am nächsten Morgen habe ich sie dann beim Aufwachen liebevoll an meiner Gardine hängen sehen. Dann musste sie weichen, Samantha hat sie netterweise nach draußen gebracht. Am selbigen Tag war in London St. Partick’s Day Parade, obwohl der eigentliche St. Patrick’s Day erst am Montag war. Das bedeutete für meine Freundinnen, Lauras Freund der da war und mich natürlich, dass wir das nicht verpassen konnten. Nachdem wir uns im Zug noch Kleeblätter auf die Hand gemalt hatten, hielt uns nichts mehr auf! Da wir relativ früh losgefahren sind, kamen wir so am Trafalger Square (auch hier war wie bei Chinese New Year wieder der Hauptplatz des Geschehens) an, dass noch genügend Platz war. Nach erster Erkundung entschieden wir uns, an der weißen Kirche am Trafalger Square (ich weiß immer noch nicht wie sie heißt) niedergelassen. Nach einiger Zeit in der warmen Sonne – an dem Tag waren es gefühlte 25° C warm – ist uns allerdings aufgefallen, dass der Ort, an dem wir saßen, nicht in die Parade (auf die wir warteten) eingeschlossen war. Darum machten wir uns auf den Weg etwas westlicher (von unserer Position) zu kommen. Letztendlich haben wir auch einen Platz gefunden, der aufgrund der ansteigenden Menschenmassen nicht der idealste Platz war, um die Parade zu bewundern. Im Endeffekt war die Parade auch wie die Chinese New Year Parade eher enttäuschend. Es gab wieder viele, viele Kinder, die irischen Tanz vorgeführt haben und Gruppen, in der jeder etwas anderes, unspektakuläres anhatte. Der einzige Unterschied zur Chinese New Year Parade war, dass es diesmal „verkleidete“ LKWs gab, auf denen Menschen zu irischer Musik und in irischen Klamotten (sofern es irische Klamotten gibt) gefeiert haben. Die Sonne brannte und besonders Saskia ging es nach längerem Stehen nicht besonders gut, weshalb wir uns von der Parade entfernten. Der nächste Schritt war es, uns zu stärken. Und das geht natürlich nur mit einem „deep fried mars bar“! So etwas Leckeres habe ich selten gegessen. Stellt euch einen Mars – Schokoriegel vor. Mit Teig ummantelt. In die Fritteuse gegeben. Ja genau. Es sieht zwar nach der Prozedur aus wie ein mutierter, frittierter Hühnchenschenkel, ist aber so unglaublich lecker – später hatte ich mir noch einen geholt :-D! Weiter ging es nach Soho, wo wir uns in unserer Lieblingsbäckerei unsere Lieblingsschleckereien holten. Was ich am liebsten esse? Einmal eine Art Riesenzopf mit Speck und Zwiebel, obendrauf mit Zucker bestreut. Komische Kombination, aber echt mehr als genießbar. Zum zweiten eine Art Riesenmilchbrötchen mit süßer Creme innendrin und oben mit Kokosflocken bestreut. Yummy. Alex, wenn du das liest: Wenn du mich besuchen kommst und wir nach London fahren, dann musst du das probieren! Kein Aber! Ich probiere mit dir mit, nur so zur Unterstützung. Mit unseren neuen Errungenschaften haben wir uns dann zum Hyde Park begeben (Fast neben Buckingham Palace) und uns auf das warme Gras gelegt – das Wetter ließ es ja zu ;-). Nach etwa einer Stunde entschlossen wir uns, uns wieder auf den Rückweg zu machen. Wundervoller Tag, viel gelacht, tolle Musik und Menschen erlebt, immer wieder genau so!
Letztes März – Wochenende! Samstag haben Saskia und ich einen unerwartet langen Spaziergang gemacht! Wir wollten auf die Newlyns Farm gehen, da dort Lämmer geboren werden sollten und man sich das ansehen kann. Anderthalb Stunden laufen, toll, dachten wir, schöner Spaziergang. Nur das wir nach etwa einer Stunde bemerkten, dass wir komplett falsch liefen. Nach zwei Stunden waren wir wieder genau da, wo wir zuvor anfingen zu laufen. Wir wollten uns nicht nochmal 2 Stunden laufen antun, weshalb wir uns entschieden, zu Saskia zu gehen und die Farm zu vergessen. Zuhause angekommen, klagten wir Saskias Gasteltern unser Leid, die uns schlussendlich mit dem Auto fuhren. Immerhin :-D. An der Farm angekommen haben wir uns erst einmal im Farmshop umgesehen, der wirklich viel zu bieten hatte. Außerdem haben wir uns einen Hog Roast geholt, ein Brötchen mit Fleisch drin. Dazu Ketchup, Brown Sauce und Apfelmus! Hat gewöhnungsbedürftig geschmeckt, war aber sehr gut. Daraufhin stellten wir fest, dass die Lämmer an dem Tag wahrscheinlich gar nicht geboren werden würden, weshalb wir dann auch nicht bereit waren, drei Pfund zu bezahlen, um Eintritt zu dem Gehege der Schafe zu bekommen. Stattdessen kauften wir uns einen riesigen Carrot-Cake, den wir ganz alleine aufaßen! Danach ging es uns wahrlich nicht mehr besonders gut. Außerdem waren wir eine Stunde, bevor wir wieder abgeholt werden sollten, bereits mit allem durch, also warteten wir. Ich, indem ich Steine in den Bach schmiss und Saskia, indem sie um mich herumlief. Wir müssen sehr komisch ausgesehen haben. Und das meine ich nicht im komischen Sinne. Auch den Sonntag habe ich mit Saskia verbracht, wir waren in Basingstoke um noch ein paar Dinge zu kaufen, ich brauchte zum Beispiel neue Kopfhörer, nachdem meine gerissen waren. Und da ich ohne Musik nicht klarkomme, musste das sein.
Am 26.3. hatten die Kinder aufgrund eines Streiks der Lehrer frei. Nachmittags waren wir bei Costa (Cafe) und haben Spiele gespielt, ansonsten war es nur ein normaler Wochentag. In derselben Woche war Freitag außerdem noch ein Orchestra-Konzert der Kinder in der Schule, in dem auch Charlotte und Joshua mitwirken. Das war unfassbar süß! Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Am Sonntag (30.3.) wurde sich dann richtig herausgeputzt. Wir (Saskia, Laura und ich) haben unseren eigenen Afternoon Tea bei mir zu Hause veranstaltet! Wir hatten bereits am Samstag schon ein bisschen in der Küche gestanden, aber trotzdem kamen am Sonntag nochmal drei Stunden dazu, bevor wir dann um halb vier ungefähr essen konnten. Zuvor musste ich mir noch bei Moira Backpapier ausleihen, da wir keins mehr hatten (dafür habe ich ihr auch später noch Leckereien vorbeigebracht). Was gab es alles? Ich kann nicht alles hier aufzählen, aber es ging über verschiedene Sorten von Sandwiches, über Zimt- und Zuckerberliner sowie Schokopfannkuchen mit Mangocreme. Und noch vieles mehr. Sogar eigene Scones haben wir gemacht – also wirklich ALLES selbstgemacht! Am Ende blieb zwar wegen der Menge noch einiges übrig, allerdings ließ sich das in den Folgetagen wunderbar als Lunch essen. Der Start in die neue Woche ging dann gleich mit einem kleinen Disaster los. Die Kinder und hatten öfter mal das „Ditch“- Game (Ditch = Graben) gespielt, bei dem man versuchen muss, den anderen in den Graben zu bekommen. Natürlich auf humane Art und Weise. Dieses Spiel hatten wir auch an diesem Montag nach der Schule gespielt. Mit dem Resultat, dass die Kinder unerwarteter Weise auf mich drauf sprangen, ich ausrutschte und mit meinem Hinterkopf gegen eine Kante einer kleinen Steinmauer prallte. Es fing sofort an zu bluten, es kam gerade ein Mann vorbei, der mir auch gleich einen Krankenwagen holen wollte (es kam wirklich eine Menge Blut raus), aber eigentlich ging es mir nicht anders, als vor dem Aufprall. Deshalb entschied ich mich, erst einmal zu Moira zu gehen, auch wegen der Kinder, die ziemlich geschockt waren. Natürlich musste es so sein, dass ich genau an diesem Tag ein weißes Kleid trug, welches von hinten bereits im Nacken rot war und ich einmal quer durch die Stadt musste. Sehr unauffällig. Auf dem Weg zu Moira bekam ich dann auch langsam echt Kopfschmerzen und mir wurde bewusst, was gerade eigentlich passiert war. Als ich schlussendlich bei Moira ankam und klingelte, kam diese schnell zu Tür, nur um mir gleich zu sagen, dass sie gerade Nachhilfe gibt und so gar nicht kann. Als ich ihr allerdings mein Rückenprofil zeigte, konnte ich sie doch noch überzeugen, dass ich wirklich Hilfe brauchte :-D. Nach einiger Absprache mit meinen Gasteltern am Telefon blieben die Kinder für kurze Zeit bei Moiras Nachhilfe (18 jähriges Mädchen), während Moira mit mir ins Krankenhaus in die Notaufnahme nach Basingstoke fuhr. Da bin ich nach der Registrierung auch direkt dran gekommen und wie es sich herausstellte hatte ich einen 2 cm langen Riss im Kopf, der aber nicht tief war. Betäubung und dann wurde der Riss auch schon genäht. Als ich wieder nach Hause kam wurde mir von Samantha Ruhe verordnet und ich „durfte“ (wohl eher musste ;-) ) den Rest des Tages nichts mehr machen. Auch am nächsten Morgen hat Samantha die Kinder zur Schule gebracht und ich durfte den Rest der Woche kein Auto fahren. Irgendwie verständlich.


April!

Auf den Freitag (4.4.) habe ich mich dann so unglaublich gefreut. Ich hatte ein Ticket für das Musical „Wicked“ im Apollo Theatre in London! Morgens bin ich mit Saskia nach London gefahren, da es das Wochenende vor den Osterferien war und Saskia für zwei Wochen nach Hause gehen würde. Nachdem ich sie am King’s Cross abgesetzt hatte ging es für mich über die British Library und Soho (wo ich nur war, um mir in der Bäckerei wieder meine Lieblingsstücke zu holen) zum Hyde Park. Dort habe ich mich dann auf eine Bank gesetzt und ein Buch gelesen, während ich genüsslich aß. Das Wetter war nicht so toll, bewölkt und kalt, aber immerhin regnete es nicht. Plan danach war es, den Kensington Palace von außen zu besichtigen, in den Kensington Gardens. Ich habe ihn nicht gefunden. Nach zwei Stunden Suche und meinem Landen in einer Ecke Londons, von der ich noch nie etwas gesehen oder gehört hatte, entschloss ich mich, aufzugeben. Der Spaziergang an sich war aber sehr schön, schlechte Laune hatte ich danach nicht. Ich kann nicht von mir behaupten, immer alles in London zu finden, aber definitiv, dass ich alleine klar komme! Also zurück zur Victoria Station und zum Apollo Theatre, wo ich mich mit freudiger Erwartung in den Zuschauerraum begab. Das Musical war so unfassbar toll. Ich kann es nicht beschreiben, man muss es gesehen haben. Später habe ich herausgefunden, dass die Darstellerin der Wicked Witch, Willemijn Verkaik, diese Rolle schon in Deutschland und Dänemark übernahm und auch die deutsche Singstimme der Elsa in dem Disney-Film „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ ist! Sooo toll! Den Soundtrack von Wicked höre ich seit dem Musical rauf und runter. Es war ein ganz tolles Erlebnis.
Am 6. April dann bin ich nach laaaaaangem Anfragen endlich nach Brighton gekommen! Endlich! Laura hat mich begleitet, nachdem ich immer wieder rumgenörgelt hatte, dass wir immer noch nicht in Brighton waren… Schande über mich. Das Wetter sollte auch einigermaßen werden, weshalb es feststand. An dem Tag fand eigentlich Charlottes Geburtstags-Party in einem Kletterpark statt, da aber kein Platz mehr im Auto war, konnte ich nicht mit. Hört sich grausam an, war es vielleicht auch, aber ich als Frohnatur lass mich von sowas natürlich nicht unterkriegen und fährt stattdessen nach Brighton.
In Brighton angekommen haben wir von vornerein erst einmal nach Geschäften gesehen, wie es sich gehört, da Laura noch was brauchte und ich für sowas immer zu haben bin. Es sollte eine berühmte „North Lane“ geben, die gut dafür geeignet sei. Nach erstem Verlaufen haben wir sie dann auch gefunden und haben viel Spaß daran gehabt uns umzuschauen und damit klarzukommen, dass wir nicht alles haben können, was wir wollen (vorzüglich Essen, wie Fudge und Eiscreme). Weiter ging es Richtung Strand, wo der berühmte Brighton Pier liegt. Auf dem Weg zum Strand haben wir auch noch andere Sehenswürdigkeiten Brightons mitgenommen, wie die St. Bartholomew’s Church, den Royal Pavillion oder das Brighton Museum. Am Pier angelangt haben wir uns am Strand niedergelassen und auf das Meer gestarrt, immer mit der Absicht, nicht von herannahenden Wellen weggespült zu werden (Meine Füße haben es nicht geschafft). Muschelsuche gab es natürlich auch. Nachdem wir allerdings immer nur dieselben fanden, bis auf das Ende, wo sie ein BISSCHEN variierten, gaben wir es wieder auf. DIE Muschel überhaupt fanden wir leider nicht. Der nächste Plan war es als waschechte deutsch-englische Mädchen an der See Fish & Chips zu essen. Das war leichter gesagt, als getan. Die Buden am Strand waren irgendwie alle nicht gut genug und die Preise in Restaurants lächerlich teuer. Letztendlich entschieden wir uns dann, uns das Gericht von einem Takeaway-Laden zu kaufen (nur 5 Pfund!) und uns an einen kleinen Metalltisch an der Straße bei Kälte zu setzen. Mmh, war jetzt nicht der Traum eines jeden Fish & Chips – Essers, aber immerhin hat das Essen geschmeckt. By the way, ich werde nie wieder im Leben Pommes ohne Salt and Vinegar essen, es sei denn, ich bin bei Mc Donalds oder so. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich sie jemals ohne das essen konnte. Es ist so verdammt lecker.

Nie. wieder. ohne.

An diesem Tag fand in Brighton auch noch ein Marathon statt, den wir natürlich auch nicht außer Acht ließen, allerdings entschieden wir uns nach dem Essen, wieder zurück zur Station zu gehen. Auf dem Rückweg habe ich mir dann in einem kleinen Geschäft noch einen Jumpsuit gekauft, wunderschön! Nur leider (ich weiß nicht, wie das passieren konnte, ich kann es mir einfach nicht erklären), ist er mir zu klein. Na toll. Ich meine, ich passe rein, aber er sitzt schon ein bisschen knapp. Mmh, vielleicht am Strand in Italien. Italien? Ja, Ende August fahre ich mit Laura und Saskia eine Woche nach Italien, in ein Ferienhaus. Das finde ich so schön, wir werden uns auch nach England nicht so schnell los, die beiden sind mir wirklich wichtige Freunde geworden.
Anyway, für die Rückfahrt nach Winchfield (unsere Station in Hartley Wintney) sind wir noch durch die Supermärkte gestreift um uns Proviant zu holen. Man fährt immerhin zwei Stunden! Naja, und wir lieben Essen. Ich war danach stolze Besitzerin eines Zitronenmuffins mit Mohn und einem Liter Tropical-Fruchtsaft. Es war so lecker. Und natürlich gesund! Wegen dem Mohn.. und der Frucht… .


Dieser Tag war quasi die Ruhe vor dem Sturm, da die Osterferien am nächsten Tag begannen.
Das bedeutete für mich theoretisch, die Kinder zwei Wochen non-stop zu bespaßen. Hurra.
Die erste Woche war hauptsächlich physisch aktiv. Ich habe mit den Kindern eine Fahrradtour gemacht, war mit ihnen auf ihrem Skateboard und bin mit ihnen zum Cricketers – Place gegangen, wo wir Fußball und Baseball spielten. Mit Joshua habe ich Montags noch sein Bücherregal sortiert, am Mittwoch war Charlottes Kleiderschrank dran. Dienstags haben wir dazu noch Burger-Muffins gebacken, also „Muffins“ mit Fleisch, Gewürzen u.ä. drin. Der Donnerstag war dahingehend besonders, da Charlottes Geburtstag war (ja, ihre Geburtstagsfeier war vor ihrem Geburtstag, komisch) und wir nachmittags mit der ganzen Familie ins Kino in den Film „Rio 2“ gingen. War ganz süß ;-). Danach hatte Andy einen Tisch bei Nandos bestellt, das berühmt für seine Soßen ist. Hauptsächlich gibt es dort Hühnchen und Burger. Oh, Morgens hatten wir noch Charlottes neues Skateboard ausprobiert und ihren Geburtstagsschokokuchen dekoriert.
Den Freitag spannten wir dann alle etwas aus, ich habe lediglich ein bisschen Monopoly mit den Kindern gespielt.
Am Samstag wollte ich etwas machen, das kein Geld kostet. Laura war mittlerweile in Deutschland und auch andere, die ich hier kennengelernt hatte, hatten keine Zeit. Deshalb entschied ich mich, einen Spaziergang zum Bramshill House zu machen. Dieses ist ein altes Herrenhause aus der frühen Neuzeit und beinhaltet sagenumwogende Geistergeschichten in sich. So soll eine Frau am Tag ihrer Hochzeit mit ihrem Vater und Bräutigam Verstecken gespielt haben. Dabei hat sich die Braut ausversehen in einer Holzkiste eingeschlossen, sie wurde nicht gefunden und ist erstickt. Ihr Geist soll immer noch in der Ecke des Hauses herum spuken, als die „weiße Frau“. Der Spaziergang sollte (eine Strecke) ungefähr anderthalb Stunden dauern. Ich hatte mir eine Route angeguckt, die auch ein bisschen an der Hauptstraße entlang führen sollte, das war aber okay. Am Ende führte sie NUR an der Hauptstraße entlang, was ein bisschen nervig war, da man die ganze Zeit auf dem Seitenrasenstreifen laufen musste. Hinzu kam noch, dass ich extrem Heuschnupfen hatte, mir aber zu wenige Taschentücher mitnahm. Ich war so am leiden. In der angegeben Zeit kam ich auch an. Das Bramshill House ist nicht von innen besichtbar, da es heute ein Polizei – College ist, aber auch von außen konnte man es gut sehen, auch wenn es ziemlich weit weg vom Eingangsportal lag. Ich versuchte dann noch ungefähr eine halbe Stunde seitlich näher ranzukommen, bin aber gescheitert. Deshalb ging es wieder zurück. Alle meine Taschentücher waren gone, weshalb ich die meiste Zeit der Strecke mit einem Schal vor Nase und Mund lief, da dieses irgendwie hilft, meine Nase nicht zu juckend werden zu lassen. Damit an der Hauptstraße zu laufen war natürlich sehr unauffällig und so manch ein Autofahrer sah mich merkwürdig an. Aber solange es mir dadurch besser ging war mir das so ziemlich egal.
Sonntag! Der 13.4. war ein ganz besonderer Tag, da ich mit dem Rock Choir nach London in die Abbey Road Studios gefahren bin, um professionelle Aufnahmen unserer Lieder zu machen. Wer es nicht weiß, Abbey Road ist da, wo die Beatles vor dem Studio über den Zebrastreifen gelaufen sind – eines ihrer CD-Cover. In den Studios selber haben sie auch ihre Platten aufgenommen, wie andere Stars wie Amy Whinehouse oder Soul, Außerdem wurde in den Studios der Soundtrack von Harry Potter, Herr der Ringe und dem Hobbit aufgenommen – jeweils von allen Teilen! Ich habe mich so geehrt gefühlt! In die Studios an sich darf man nur als „authorised person“ – ich habe mich also nicht nur geehrt, sondern auch noch richtig wichtig gefühlt :-p. Wir kamen um zwölf an, wurden aber erst um zwei in die Studios gelassen, daher machten Caroline, Karen und ich (die beiden sitzen im Chor immer neben mir, mit denen verstehe ich mich richtig gut) einen kleinen Spaziergang zum nächsten Coffeshop. Ich wartete draußen, da ich nichts braucht und als Sie wieder herauskamen meinten sie, dass sie etwas für mich hätten. Sie haben mir ein Souvenir – Metallschild mit der Abbey Road drauf geschenkt! Das hat mich so berührt, weil ich so was in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet hätte, dass sie so an mich denken. Unsere eigentliche Session begann mit einem Gruppenfoto vor den Studios. Fotografiert wurden wir dabei von einem Mann, der angeblich auch schon die ganze Royal Family und andere hochrangige Stars abgelichtet hat. Ich habe seinen Namen vergessen… :-D.
Dann ging es endlich los! Wir konnten unsere Klamotten im Studio 2 lassen wo ein kleiner Souvenirshop war und unheimlich viele Instrumente, Kabel und Mikrofone herumstanden, sowas wie eine riesige Abstellkammer quasi. Dort hat uns unser Pianist noch ein paar Informationen gegeben, wie wir uns in den Studios verhalten müssten und so weiter. Dann ging es endlich in das eigentliche Studio, Studio 1. Es war ein riesiger Raum, in dem schon alles Kabel- und Stuhltechnisch aufgebaut war. Ihr müsst es euch vorstellen wie ein längerer, breiter Gang, indem auf der einen Seite die Stühle auf einer Tribüne stehen, dann folgen riesige Mikrofone, die über die Stühle zeigen und dann viele Kabel, ein Podest für unseren Chorleiter und ein Flügel. Gegenüber dem Eingang ist das Tonstudio, aus dem uns der Verantwortliche immer das Okay zum weitermachen nach einer Aufnahme gab. Wir selber trugen während der Aufnahme Kopfhörer, durch die die bereits zuvor aufgenommenen Geigen kamen, oder eben das Signal zum Weitermachen. Dieses Signal war meistens ein kurzes „Good, go on“. Einmal, nach einer besonders guten Aufnahme von Adeles Lied „Someone like you“ kam allerdings nur ein kleines, süßes „Oooh“ aus dem Kopfhörer, das war so lustig :-D.
Von zwei bis fünf Uhr waren wir in den Studios, dann ging es mit dem Bus wieder zurück nach Fleet, wo mein normaler Rock Choir mittwochabends immer stattfindet.
Am Montag kam mir und den Kindern beim Frühstück die Idee, eine eigene Version des Youtube-Klassikers „The Mysterious Ticking Noise“ von Harry Potter nachzuspielen, mit allem drum und dran. Für alle, die das Video nicht kennen: http://www.youtube.com/watch?v=Tx1XIm6q4r4&hd=1
Nur wollten wir anstelle von Harry Potter eine Version mit dem „Wizard of Oz“ kreieren. Das hat dann auch den ganzen Nachmittag in Anspruch genommen, Joshua war Toto, ich war Dorothee und Charlotte die Wicked Witch. Das hat so Spaß gemacht und eine Menge verwendbarer Bloopers ist auch dabei herausgekommen. Am späten Nachmittag ist Franziska mit ihrem Ehemann vorbeigekommen. Nein, Alex, wir haben nicht geheiratet. Franziska ist ein früheres Au Pair, dass her kam, als sie 23 Jahre alt war. Mittlerweile ist sie 27 und glücklich verheiratet. Mit ihr und ihrem Mann sind wir zum Cricketers Place gegangen und haben Fangen gespielt. Am Abend gab es dann noch ein großes Essen mit zwei Hähnchen (es sollte eigentlich nur eins geben, aber da trat wohl ein kleines Missverständnis auf) und vielen side dishes. Um viertel vor neun habe ich mich dann aber verabschiedet, um mit dem Auto noch zum Supermarkt nach Fleet zu fahren. So, große Enthüllung, warum? Weil es auch für mich am Dienstagabend nach Deutschland mit dem Busunternehmen „Megabus“ gehen sollte und ich bei 10 Stunden Fahrt auch noch ein bisschen Proviant brauchte. Bei der Gelegenheit habe ich auch noch ein kleines Osterkörbchen  für meine Familie hier zusammengestellt und ein paar Leckereinen für meine Familie in Deutschland gekauft.
Der Dienstag war dann Stress pur. Ich bin mir zu 100 % sicher, dass ich in meinem Au Pair Jahr noch nie so unter Strom gestanden habe. Es fing morgens damit an, dass ich trotz der Kinder natürlich meine Putzpflichten zu erledigen hatte. Dazu gehörte Saugen, Mülleimer ausleeren, Bügeln, Wäsche, Fegen, Küche aufräumen, Kinderzimmer und so weiter. Nebenbei musste ich noch die Kinder dazu bringen, ihre Hausaufgaben und Kumon zu erledigen. Gerade bei Joshua hat das einfach mal 2 Stunden gedauert. Aber nein, man darf ihm ja nicht sagen, dass man möchte, dass er sich anstrengt, weil man ihn so ablenken würde. Selbst ANGUCKEN ist verboten! Wie kann ich nur! Wenn man eigentlich zu tun hat und jemandem nebenbei zwei Stunden erklären muss, dass man wirklich helfen will, wenn man Hilfe anbietet und ihn so nicht ablenken will, dann kann das schon ein bisschen frustrierend sein. Staubwischen habe ich dann auch vor dem Lunch nicht mehr geschafft. Gegen zwölf habe ich dann unser Picknick vorbereitet, welches wir mit zum Cricketers Place genommen haben. An dem Tag herrschten gefühlte 27° C, weshalb man einfach raus musste. Den Weg zum Platz haben wir außerdem dazu genutzt, Joshua Inlineskating beizubringen. Wir waren in etwa 2 Stunden draußen und das war auch echt schön, auch wenn man aufpassen musste, dass sich die Kinder bei „geschwisterlichen Neckereien“ nicht gegenseitig die Knochen brechen. Um halb vier waren wir dann wieder zuhause, wo ich eigentlich geplant hatte, mit den Kindern zu basteln. Die Kinder wollten aber lieber erst Wassereis machen, also habe ich die 15 Minuten genutzt, alles wegzuräumen und staubzuwischen. Dann gab es Osterbasteln! Ich habe einen Hasenpompom aus Wolle gemacht, Joshua kleine gelbe Osterküken und Charlotte einen Korb aus braunem Papier, den ich später auch nutzte, um mein Osterkörbchen mit den Süßigkeiten, die ich am Montag gekauft hatte, herzurichten.
Nach einer Stunde bin ich dann schnell in die Küche geflitzt, um das Abendessen vorzubereiten. Es war fünf Uhr, um zehn vor sechs sollte mich Samantha zur Station bringen, um meinen Zug nach London zu erreichen. Um zwanzig nach sechs war ich mit dem Essen fertig, habe mir meine Wraps aber nur in Alufolie eingewickelt, keine Zeit mehr zum Essen. Schnell zum Drucker, Buchungsbestätigung ausdrucken, besonders mit der Referenznummer. Ich wollte das schon eher am Tag gemacht haben, bin aber nicht dazu gekommen. Doch dann! Der Drucker ging nicht an, totale Verzweiflung. Gott sei Dank kam dann Samantha nach Hause und hat sich darum gekümmert, ihn wieder anzubekommen. Ich habe in der Zwischenzeit noch mal meine Sachen gecheckt, ob ich auch wirklich alles hatte und das Basteln aufgeräumt. Der Drucker funktionierte wieder! Samantha fragte mich nur noch, ob es mir auch gut ginge und ich erwiderte nur, dass ich okay bin. Daraufhin kam nur ein „No, she’s not“ von Charlotte aus der Küche. Erwischt. :-D Das war süß, Charlotte hat mir mit ihren Händen Luft zugefächert, ich stand aber auch wirklich kurz vor einem Nervenzusammenbruch, ich habe am ganzen Körper gezittert. Das war alles irgendwie zu viel. Dann wurde ich endlich zur Station gebracht! Im Zug musste ich erst einmal ewig nach dem Ticketzuständigen gucken, da ich noch ein Ticket brauchte. Nachdem das getan war konnte ich mich endlich niederlassen. Ich habe eine Stunde nur monoton aus dem Fenster gestarrt, mein Kopf hatte es noch nicht so richtig begriffen, dass ich jetzt wirklich auf meinem Weg nach Deutschland war. In London Waterloo angekommen bin ich umgestiegen, um zur Victoria Station zu kommen, um von dort aus zur Victoria Coach Station zu kommen, von der mein Bus abfuhr. An der Coach Station musste ich noch eine dreiviertel Stunde warten, bevor ich mich einchecken konnte. Ich nutzte die Zeit hauptsächlich zum Lesen. Neben mir saß eine ältere Dame, die ich so auf um die 70 schätzen würde. Unsere Füße berührten sich ausversehen, weshalb wir uns beim anderen entschuldigten. Nach zwei Minuten drehte sie sich wieder zu mir um und meinte: „Wenn wir uns schon so freundlich anstupsen, kann ich mich dir ja jetzt auch vorstellen!“ Und so kam es, dass ich das Lesen aufgab und mich bis zum einchecken mit ihr unterhielt, was sehr lustig und interessant war! In der Schlange zum Einchecken wurde ich dann netterweise von einem brasilianischen Studenten vorgelassen, damit ich nicht ganz hinten stehen musste. Mit ihm habe ich mich dann auch eine ganze Weile unterhalten! Um halb zehn Abends konnten wir dann endlich alle in den Bus einsteigen. Ich fand meinen Platz eigentlich ganz gut, nur dass ich merkwürdige Nachbarn hatte. Hinter mir saß eine Frau, die bestimmt zwei Stunden mit laut schmatzendem Mund in ihr Telefon schrie. Neben mir saß eine Frau, die so krank war und so viel hustete, dass ich damit rechnete, sie in den nächsten 5 Minuten umfallen zu sehen. Dass sie dann noch ungefähr zehn verschiedene Tabletten zu sich nahm hat das Ganze nicht ungefähr besser gemacht. Gegen eins sind wir dann an der Fähre angekommen, um viertel vor zwei waren wir drauf. Ich holte mir bei Costa einen Mocca und wollte mich setzten, allerdings waren alle Tische besetzt. Deshalb habe ich mich zu einem nett aussehenden Mädchen an den Tisch gesetzt, Shiyu. Und mit ihr habe ich mich dann auch anderthalb Stunden unterhalten, bis die Fähre in Frankreich ankam. Sie ist eine chinesische Studentin, die momentan ein Jahr in Loughborough, nördlich von London studiert. Danach geht sie wieder nach China. Wir haben uns so gut verstanden, dass wir Nummern ausgetauscht haben und wenn sie diese Woche wieder zurück in die UK kommt, wollen wir uns treffen. Eine Reise, drei interessante Bekanntschaften! Um halb zehn morgens in Deutschland habe ich dann mal kein Knoppers gegessen, nein ich bin angekommen! Den Sonnenaufgang habe ich noch in Brüssel erlebt, morgens bei Sonnenschein angekommen. Mama und Nico erwarteten mich schon und haben mich in die Arme geschlossen (naja, Nico und ich jetzt vielleicht nicht so theatralisch, aber immerhin!). Auf dem Rückweg von Köln nach Rietberg (der Bus kam in Köln an) suchten wir noch einen Mc Donalds, um ein kleines Zwischenfrühstück zu haben. Nach Milchbrötchen, Erdbeeren und Keksen war das sehr willkommen! Dann war ich endlich wieder zuhause. Da ich hier ja eigentlich über meine Erlebnisse in England berichte, werde ich Deutschland nur kurz zusammenfassen:

Mittwoch: Gartenstühle mit aufbauen, Filme gucken, Essen.


Donnerstag: Morgens mit Mama in Lippstadt (endlich wieder deutsche Eiscreme!), Carolin
Wimmelbücker überraschend getroffen, Friseur, mit Nico in den Supermarkt und abends Chor

Freitag: Ins Bibeldorf, Kaffe trinken, Freunde sehen, abends mit Family ins Kino zu „Noah“

Samstag: Morgens Frühstück in der Bankery, Gütersloh, Osterfeuerchen im Bibeldorf mit Nina und abends mit Nico WIEDER ins Kino zu „The Amazing Spiderman 2“

Sonntag: Ostern! Und abends wieder in den Bus zurück nach England. Diese Rückreise war nicht so spektakulär wie die Hinreise, daher nicht weiter erwähnenswert.

 

Meine Zeit in Deutschland war so schön und ich war auch ein bisschen wehmütig, als ich wieder fahren musste. Allerdings sah ich auch den neuen Dingen entgegen, die ich noch erleben würde.
Ostermontag kam ich gegen zehn Uhr morgens wieder in Winchfield an, wo mich Samantha abholte. Da Feiertag war, musste ich Gott sei Dank nicht arbeiten, hätte ich auch gar nicht gekonnt. Nach einer laaaangen Dusche habe ich mich erst einmal schlafen gelegt, vier Stunden sinds geworden! Andys Bruder war noch da, mit ihm habe ich mich noch unterhalten, mit allen anderen natürlich auch und dann war ich Abends nur noch für mein Bett da.
Dienstag war Fortbildungstag in der Schule, daher hatten die Kinder noch einen extra Ferientag. Charlotte war den ganzen Tag über auf einem Geburtstag, Joshua und ich haben Deutsch gelernt, waren auf dem Spielplatz, haben Gladiator gespielt und sind dann Nachmittags zum Schwimmen gefahren, vorher holten wir noch Samantha von der Arbeit ab. Der Rest der Woche war eine ganz normale Schulwoche.
Freitagabend habe ich bis auf einen einstündigen Spaziergang nichts mehr gemacht. Samstag ebenfalls nicht, bis auf Hausaufgaben und anfangen, dieses Blogeintrag zu schreiben, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Hälfte der 10. Wordseite befindet. Schriftgröße 11. Also man kann nicht sagen, dass ich euch nichts erzähle. :-D Nicht immer in time, aber wenn, dann richtig! Gestern (Sonntag, 27.4.) war ich dann im Hampton Court Palace, ein Entertainment Palast, gebaut 1514. Ferienresidenz von Heinrich VIII, William und Elizabeth, usw. Ich kam um viertel vor zwölf mit dem Zug an und blieb bis viertel vor sechs. Ich habe mir so viel angesehen, es gibt 8 Hauptareale zu sehen, mit kleinen Arealen dazwischen + 5 verschiedene Gärten. Es war schon, da in manchen Räumen ein Feuer brannte, ich in der Palastkapelle zufällig auf ein Orgelkonzert traf oder in einem der Gemächer ein bisschen Kammermusik live gespielt wurde. Dadurch wirkte alles natürlich nur noch authentischer! Ich war natürlich im Paradies, Geschichte ist einfach nicht zu toppen! Am Ende des Tages war ich allerdings auch todmüde und abgeschlagen, als ich endlich wieder zu Hause ankam habe ich nur noch gegessen und um viertel vor zehn das Licht ausgemacht.

Es ist tatsächlich das Ende meines Blogeintrags! Was mich die nächsten Wochen noch so erwartet? Geplant sind auf jeden Fall schon mal die Stadt Bath, Schottland, Holi Festival of Colours in London, Sprachexamen, Salisbury Hill und Avebury, Loughborough, Bootstour auf der Themse mit dem Ziel Greenwich und Freizeitpark mit meiner Familie!

Also Langeweile kommt hier nicht auf!

Welch Ironie. Wie auch beim letzten Eintrag regnet es wieder. Und ich muss die Kinder abholen.



28.4.14 15:47


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Scham, aber hey, ich erlebe doch was!

Was habe ich die letzten Wochen so getrieben? Ich habe hier ja schon eine Ewigkeit nicht mehr geschrieben, weshalb ich mich auch entschuldigen möchte bei denen, die meinen Blog mit verfolgen. Wie es dazu kam? Ich könnte euch jetzt anlügen und sagen, dass ich einfach keine Zeit habe, aber ich war einfach nur faul. Die Zeit, die man frei zur Verfügung hat, habe ich lieber genutzt, einfach nichts zu machen, oder mich mit den anderen zu treffen. Man ist einfach dankbar, wenn einem mal nicht alles um die Ohren fliegt.

 

Nach meinem letzten Blogeintrag bin ich wie vorhergesagt in den Harry Potter Studios und bei Victoria’s Secret gewesen. An dem Tag haben wir uns extra früh aufgemacht, um noch genug Zeit Für VS zu haben, bevor es in die Studios ging. Allerdings haben wir 1. Unseren Zug verpasst und mussten eine (!) Stunde warten, bis der nächste nach London kam, und 2. Mussten wir feststellen, dass der Laden erst um 12 Uhr aufmacht und wir waren um elf Uhr da… Dafür kenne ich die Straßen um VS jetzt wirklich, wirklich gut! VS ist einfach unheimlich groß und voll und schön und und, und, und! Ich hatte ursprünglich vor, nichts zu kaufen, diesen Vorsatz habe ich aber schnell wieder verworfen, nachdem ich gesehen hatte, was der Laden alles bietet! Ich bin jetzt nicht nur in Besitz einer VS-Tüte, but also von einem neuen Teil, was in der Tüte war :-P. Aufgrund des Preises wird es aber vermutlich auch für ewig bei diesem einen Mal bleiben :-P. Das nächste “Missgeschick“, das uns passiert ist, ist, dass uns aufgefallen ist, dass unsere 6-Zonen Train-Card nicht bis nach Watford reichte (Zone 8) und wir deshalb total umständlich noch nach einer Alternativroute mit extra Ticket gucken mussten. Das wiederum hatte zur Folge, dass wir viiiieeel zu spät dran waren, um in die Studios zu kommen, für die wir eine extra Zeit (um 15 Uhr) gebucht hatten. Deshalb habe ich meine Gastmama angerufen, die uns dann die Nummer der Studios gegeben hat, die wir dann angerufen haben, um zu fragen, ob wir trotzdem reinkommen, obwohl wir zu spät sind… hat geklappt. Es war nur so Ironie, weil Messalina im Oktober in Deutschland war und dort die Tickets für HP vergessen hatte und wir uns deshalb auch noch bei dem Ticketkiosk identifizieren mussten, dass wir wirklich diese Tickets gekauft haben… LETZTENDLICH sind wir dann aber noch (eine halbe Stunde zu spät) angekommen. Dieser Harry Potter Besuch war auch besonders, da aufgrund der Jahreszeit manche Dinge angepasst wurden (Ich werde hier wieder nicht sagen, was, für die, die noch planen,  die Studios zu besuchen). Aber auch dieser Besuch war wieder unheimlich schön und wie auch beim ersten Mal unheimlich eindrucksvoll!

Die letzte Woche vor meinem Rückflug war relativ unspektakulär. Außer am Samstag, da bin ich mit den Kindern im Kino gewesen, damit meine Gasteltern noch für ihren Trip nach Schottland über Weihnachten in Ruhe packen konnten. Wir sind zu „Frozen“ gegangen (z. dt. „Die Eiskönigin – völlig unverfroren&ldquo. Ich liebe diesen Film!  Besonders die Musik hat es mir angetan . Für alle, die den Film noch nicht gesehen haben, das Lied „Let it go“ (englische Version!!) ist unbedingt anzuhören J.  Abends war ich mit meiner Gastfamilie dann noch beim Inder, Abschiedsessen sozusagen J. Dabei haben wir auch die Geschenke ausgetauscht – ich habe von Joshua und Charlotte einen Teddybären von Waitrose mit der Inschrift „2013“ bekommen und von meinen Gasteltern Beautyprodukte Strawberry Version, einen Bilderrahmen und de Klaviernoten zu dem Film „Corpse Bride“ – darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut! Joshua hat von mir eine Taschenlampe bekommen, vor die man Dinofiguren machen kann (die dann an die Wand projektziert werden) und Charlotte den zweiten Film von „Percy Jackson“ (sie ist ein unfassbarer Fan). Meinen Gasteltern habe ich eine Collage von ihren Kindern geschenkt und einen Kinogutschein, den ich mit Snacks und Cola noch ein bisschen unterlegt habe :-P. Nach dem Essen hat Samantha mich dann zu Saskia gefahren, wo ich übernachtet habe, da wir zusammen am nächsten Tag geflogen sind J.

 

Am 5.1.2014 bin ich nach zweiwöchigem Urlaub in Deutschland wieder zurück nach England gekehrt. Ich hatte zwei ganz tolle Wochen, in denen ich meine Freunde und auch meine weit verstreute Familie wiedergesehen habe, jeden Tag genutzt habe, wenn das mal bedeutete mit meinem Bruder Karten zu spielen, Fußballturniere zu besuchen, oder einen Mädelsnachmittag bei Café Münte zu verbringen J.  Auch Silvester in Münster war der Hammer, besonders unsere neu erfundene Schokokuchentradition (auf der werde ich weiter beharren)! Aber wie das mit Urlaub nun mal so ist, geht er einfach viel zu schnell um…  Ich konnte mich nicht wirklich aufraffen, mich auf die Rückkehr nach England zu freuen, wenn man doch viel zu traurig darüber ist, dass man sein heißgeliebtes Zuhause verlassen muss… Ich war auch an dem Abend meiner Rückkehr noch unfassbar traurig und wusste nicht, wie ich die Zeit überstehen sollte, ohne vorher noch einmal zu Hause gewesen zu sein. Mittlerweile denke ich aber, dass das möglich ist ;-).

Die ersten beiden Wochen waren nicht unheimlich spektakulär. Am ersten Wochenende nach meiner Rückkehr habe ich mit Laura die St. Marys Church (aus dem 13. Jahrhundert!) besucht, allerdings war nur der Friedhof passierbar, für die Kirche braucht man einen extra Schlüssel (Die Besichtigung der eigentlichen Kirche habe ich eine Woche später am Freitag mit Laura und Saskia gemacht).  Aber der Spaziergang war trotzdem schön J. Am Tag danach bin ich mit Saskia und Laura (Messalina ist ja jetzt leider in Australien L ) einen Antikmarkt in der Halle/dem Haus besuchen gegangen, in dem ich auch immer Zumba habe. Das war richtig cool! Ich habe für 3 Pfund eine Dose erhalten, die aus dem Jahr 1953 stammt, mit einem Abbild der Queen in jungen Jahren! --> Die heutige Queen wurde 1953 gekrönt. Außerdem erstand ich noch einen Silberlöffel für 1 Pfund, ebenfalls aus dem Jahr 1953, wieder mit der Queen drauf. Der Plan danach war, mit dem Zug nach Basingstoke zu fahren, allerdings waren wir schon unfassbar spät dran und ich war die einzige mit Fahrrad! Ich bin dann schon mal zur Station vorgefahren, die anderen beiden sind hinterhergerannt :D Nur um dann festzustellen, dass die Bahn aussetzt und wir den Bus nehmen müssen, der 10 Minuten später kommt :p. Aber immerhin sind wir angekommen! In Basingstoke sind wir eigentlich auch nur gewesen, weil wir noch Dinge brauchten, um in England gut ausgerüstet zu sein, wie Taschentücher oder Zahnbürsten..  Am Wochenende danach haben wir Freitagabend einen Mädelsabend gemacht, der daraus bestand erst mal irgendwelchen älteren Herren vor einem Pub in Kostümen beim tanzen zuzusehen und danach den Abend bei Laura ausklingen zu lassen. Am Wochenende ist sonst nichts weiter passiert. Ich war glaube ich nochmal in Basingstoke, so genau weiß ich das aber nicht mehr  :p. Aber das Wochenende danach! Ohohooo! An dem Dienstag in der Woche, hatte ich das Gefühl mich mehr auf das kulturelle Leben von London einlassen zu müssen und habe dann gesehen, dass an dem darauffolgendem Samstag im Royal Opera House (ROH) am Covent Garden eine Ballettversion von Hänsel und Gretel aufgeführt werden würde! Und das für 20 Pfund pro Ticket! Normalerweise muss man mit 80 Pfund aufwärts rechnen, um ein Stück in dieser Qualitätsklasse sehen zu können. Am Abend habe ich mich dann auch entschieden, das zu machen.  Und dann konnte ich den Samstag auch schon gar nicht mehr warten! Und endlich war er da, der Samstag J. Ich habe um fünf nach halb neun den Zug genommen, um zehn Uhr war ich beim Covent Garden und habe mein Ticket abgeholt, die Vorstellung sollte um 14 Uhr sein. Vorher wurde mir mitgeteilt, dass ich bitte die Bestätigung mitnehmen soll, dass ich wirklich Student bin, sowie eine Kopie der Kreditkarte meiner Gastmama (sie hat das Ticket für mich bezahlt) – am Ende brauchte ich nichts von beidem. Ich habe mir dann noch beim Covent Garden mein Sandwich schmecken lassen und habe einen Mann sein Wiesel ausführen sehen. Ach, ich liebe London :D. Danach habe ich mich entschieden, zum Trafalgar Square zu fahren, zur National Gallery. Dort habe ich mir zwei von den vier von van Gogh gemalten Sonnenblumen angesehen, sowie einen kleinen Teil der National Gallery (da braucht man ja mindestens zwei Tage, um sich ALLES anzusehen). In der Schlagen für die Sonnenblumen habe ich außerdem noch einen alten Mann kennengelernt, mit dem ich mich die ganze Zeit unterhalten habe, über Musikinstrumente, warum wir in London sind, was wir gerne machen… das war sehr schön J. Um halb eins habe ich mich dann wieder zum ROH aufgemacht, mir noch ein Programmheft gekauft und dann ging es auch schon los! Diese Version von Hänsel und Gretel war ziemlich unterschiedlich von der Originalversion. Sie spielte in den 1950er Jahren – Hänsel wird durch einen Sandmann nachts in den Wald gelockt, welcher wiederum als Puppe für einen Pädophilen tief im Wald dient (sie leben in einem Gartenhäuschen). Gretel sucht Hänsel, findet ihn und beide geraten in die Fänge des Kinderschänders. Der Vater (und die böse Stiefmutter) sucht /suchen die Kinder, finden sie aber nicht und ziehen deshalb mit dem Gedanken, die Kinder für immer verloren zu haben, in ein neues Haus um. Hänsel und Gretel können sich am Ende befreien, der Pädophile bringt sich selber um und die Kinder kommen in ihr Haus zurück, in dem aber niemand mehr ist. Hört sich anders an, das war es auch. Aber unfassbar gut. Die Kulisse und die Musik, dazu die Kostüme und Tänze, gerade auch bei den Szenen, die in dem Gartenhäuschen spielen: Wie Gewalt und Anzüglichkeiten nur mit Mimik und tänzerischen Zügen angedeutet wird – einfach wundervoll! Ich bin jetzt offiziell zum Ballettfan avanciert! Nach dem Ballett habe ich mich dazu entschieden, den Weg zurück zu London Waterloo zu laufen. War ein Fehler. Habt ihr in den letzten Tagen Nachrichten geschaut? Großes Tief über England? Ja, genau das meine ich. Ich bin über die Brücke beim Big Ben gelaufen, war also so gut wie da – und der absolute Chaossturm bricht innerhalb in SEKUNDEN aus! Ich, natürlich ohne jeglichen Regenschutz, weder Schuhe, Jacke, Mütze, die den Regen,- Hagel – und Windmassen standhalten konnten. Ich war schon klitschnass, als ich mich entschied, mich beim London Eye unterzustellen. Warum? Aus dem Grund, da es anfing zu blitzen und ich dachte: ich bin nass, der Boden ist nass – nicht die besten Bedingungen, vom Blitz getroffen zu werden. Letztendlich habe ich den Weg dann aber noch zur Station gefunden; nur um dann festzustellen, dass mein Zug 20 Minuten Verspätung hat (trotzdem, die Deutsche Bahn toppt nichts.). Erster Minuspunkt. Zweiter Minuspunkt: Ich habe im Zug keinen Sitzplatz mehr bekommen, ich glaube ganz London wollte in Richtung Basingstoke. Ich habe also nicht nur keinen Sitzplatz bekommen, sondern war auch 45 zwischen wildfremden Leuten eingequetscht. Ich habe mich dann aber gelegentlich noch mit zwei Mädchen unterhalten, die wie ich, die Situation doch irgendwo ganz amüsant fanden. Außerdem waren noch zwei betrunkene Studenten mit im Zug, die die ganze Zeit dumme Sprüche abgegeben haben, die mich in der Situation trotzdem zum schmunzeln gebracht haben („Stellt euch vor es wäre Sommer, 30 Grad und wir würden alle schwitzen!“, oder „Jetzt können wir ganz viele neue Freunde kennenlernen, hier!“ – „Hallo Freunde!&ldquo. Es ging einfach nicht anders :D. Die Situation war zu übertroffen, als das man sich darüber den Kopf zerbrechen konnte. Die letzte Viertelstunde Fahrt hatte ich dann zwar einen Sitzplatz, habe dann aber gefroren, weil genau in diesem Augenblick, in dem ich mich hingesetzt habe, die Klimaanlage angemacht wurde. Da waren die ganzen Leute irgendwie wärmespendener . Und dann musste ich finally noch zwanzig Minuten bei eisig kaltem Wind und nach wie vor klitschnasser Kleidung und klitschnassem Haar nach Hause radeln. Ich habe mich in meinem Leben noch nie so auf eine heiße Dusche gefreut!!

 

Am Sonntag war ich mit Laura und Saskia im „Aquadrome“ in Basingstoke, ein Erlebnisbad, war sehr schön J Ich fand es besonders gut, dass an den Rutscheneingängen Bildschirme angebracht worden sind und an jeder Rutsche ein Lifeguard stand, dass sobalb ein Rutscher nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt auf einem der Kameras erscheint, der Lifeguard direkt hinterher springt und rettet. Die sahen aber leider nicht so unfassbar gut aus, dass ich freiwillig stecken geblieben wäre :p.

Am darauf folgendem Wochenende war ich auch wieder in London! Am 1.2. habe ich erst den halben Tag auf die Kinder aufgepasst, weil meine Gasteltern auf einem Geburtstag in London eingeladen waren. Wir selber waren dann im Kino, bei „Mr. Peabody and Sherman“ – war ganz süß J.

Am 2.2. habe ich dann endlich Sophie getroffen! Sophie ist eine Freundin einer Freundin von mir und wir haben davor schon eine halbe Ewigkeit versucht, uns zu treffen! Das besondere war außerdem auch, dass in London Chinese New Year gefeiert wurde. Ich habe noch nie so viele Chinesen auf einmal getroffen! Sophie habe ich nach einigem hin und herlaufen am Picadilly Circus getroffen. Wir sind dann aber wieder Richtung Trafalgar Square gelaufen, um uns die Parade anzusehen. Die „Parade“ war aber leider im Grunde genommen nichts anderes, als eine zwanzig Meter lange Aneinanderreihung von genau 1 Drachen, einer Gruppe mit Pferdeköpfen und karatalernenden Kindern. War jetzt nicht so impressive. Danach haben wir uns entschieden endgültig zum Trafalgar Square zu gehen, da dort eine Bühne aufgebaut wurde und demnächst eine Zeremonie stattfinden sollte. Die Zeremonie hat auch stattgefunden, indem die Menschen auf der Bühne (bestimmt 30 Personen!) mit Räucherstäbchen herumgefuchtelt haben. Aber sie haben kein einziges Wort gesagt. Nach einer halben Stunde ohne ein einziges Wort und wirklich nur Räucherstäbchenrumgefuchtel, haben Sophie und ich uns entschieden, uns die umliegenden Stände anzusehen. Ich habe jetzt meinen Namen auf Chinesisch! Für 1 Pfund Spende an das chinesische Community Center ;-). Aber auch die Stände nahmen irgendwann ein Ende und wir hatten die Spontanidee, uns ein Musical anzusehen. Die Idee ist dann aber leider daran gescheitert, dass wir uns nicht wirklich für eins entscheiden konnten und 15 Pfund für eine Kinokarte (Plan B) war uns dann auch zu viel. Letztendlich sind wir erst mal was essen gegangen, ich bin ja der Auffassung, dass Essen eine Menge Probleme löst . Ich hatte Spare Rips mit Pekingsauce und dazu noch spicy crabs. Sehr lecker J. Ich hoffe allerdings nicht, dass die Hygiene in dem Mini-Restaurant so war, wie der Service…. Vor dem Restaurant haben wir uns auch noch einen Pork- and Cabbage Dumpling geholt (Kloß, in den ich mich nach dem ersten Bissen verliebt habe… Ich hätte mir noch einen kaufen sollen! Als Nachtisch gab es eine Straße weiter einen sogenannten „Schneeball“; der war allerdings nicht so berauschend. Die Konsistenz war wie Gummi. 1/3 des Geschmacks war wie Gummi. Kann man nicht näher beschreiben. Außen Kokos, dann Gummi und in der Mitte eine Zucker – Sesam – Füllung. War sehr interessant! Aber im Gegensatz zu Sophie habe ich es immerhin geschafft, dieses Ding aufzuessen! :D. Ich weiß nicht mehr, wie es dazu gekommen ist, aber zu guter Schluss sind wir im Regent’s Park (wunderwunderschön!) gelandet, in dem sich auch er London Zoo befindet -  den wir dann auch besucht haben. Ich bin normalerweise ein bisschen Anti-Zoo, aber ich muss sagen, dieser war wirklich schön! Überall waren Tierpfleger, mehr Platz als sonst gab für die Tiere meiner Meinung nach auch. Die einzigen die wirklich traurig aussahen (soweit man das beurteilen kann), waren die Gorillas… Außerdem waren wir in einem Schmetterlingshaus, mit ganz toller Musik, die, soweit mir das gesagt wurde, an die Flügelschläge der Schmetterlinge angepasst wird! Bei „Meet the Monkeys“ hatte Sophie sogar das Glück, von einem Affen als Springplattform benutzt zu werden! Nach dem London Zoo sind wir wieder zurück zur London City gefahren, wo ich mich dann von Sophie in der U-Bahn verabschiedet habe, um wieder meinen eigenen Rückweg anzutreten. Diesmal trocken und mit Sitzplatz! Waren zwei tolle Wochenenden in London J.

Letztes Wochenende hatte ich mal nichts vor, aber wie das hier so ist, passiert trotzdem was: Freitag haben wir mit Saskia gebacken, da ihr Freund für das Wochenende rübergeflogen ist, Samstag war ich mit Laura und einem Teil ihrer Gastfamilie in Basingstoke bei Wagamama (japanische (?) Spezialitäten) und Sonntag war ich wieder auf dem Antikmarkt in der Victoria Hall und mit meinen Freundinnen +Jonas bei Costa. Außerdem habe ich einen wunderschönen Spaziergang mit den Kindern und meiner Gastmama gemacht. Hinter unseren Haus beginnt der Abschnitt „On the Heath“ in Hartley Wintney, man geht einen Weg hoch und man hat das Gefühl, die Stadt hinter sich gelassen zu haben. Es ist eine wunderschöne Natur dort oben, die mich auch schon mehrmals dazu veranlasst hat, alleine oder mit Laura und Hund dort oben herumzulaufen.

 

Gerade stürmt es. Keine Ahnung, wie ich die Kinder abholen soll, ohne weggeweht oder niedergeregnet zu werden. Aber naja -  wer sagt, dass ein Leben als Au Pair leicht ist?

 

Fotos folgen demnächst. Hoffentlich. Warum? Mein Handy ist kaputt. Ich brauche ein neues. Und ich weiß nicht, ob meine Dateien auf dem internen Speicher noch zu retten sind. Das werde ich die nächsten Tage noch herausfinden! Oh! Ich habe gerade so ziemlich Halbzeit, die Hälfte meines Au Pair Jahres ist tatsächlich schon um.

 

 So, long time no see but you never get me out of your life. See you!
12.2.14 14:27


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